Chronik Frankfurt Universe

Frankfurt Universe ist unter den traditionsreichen deutschen Footballclubs ein vergleichsweise junges Team, blickt jedoch bereits auf eine turbulente und auch äußerst erfolgreiche Vergangenheit zurück.

Den eigentlichen Ausgangspunkt markierte dabei die US-Amerikanische NFL (National Football League), die 1991 einen europäischen Ableger ihrer Profiliga eröffnete. Die Liga war bis 1997 unter dem Namen World League of American Football und im Anschluss als NFL Europe (2007 NFL Europa) bekannt. Für Frankfurt nahm damals die legendäre Galaxy an der Liga teil, deren Teamfarben Lila und Orange waren.

Als nach der Saison 2007 die gesamte europäische Liga von der NFL geschlossen wurde, konnten die Footballfans aus dem Rhein-Main Gebiet also auf bereits 16 gemeinsame Jahre Fankultur zurückblicken. So verwundert es nicht, dass die Fangemeinde der ursprünglichen Men in Purple den Wegfall des eigenen Teams als äußerst schmerzlich aufnahm. Einige von Ihnen wollten sich nicht damit abfinden.

So war die Konsequenz, dass sich am 18. Juli 2007 13 Fans der Frankfurt Galaxy nur kurz nach der Einstellung der Liga zusammen fanden und kurzentschlossen den American Football Club Universe Frankfurt e.V. gründeten. Ziel des Vereins war es die Philosophie der Anhänger fortzuführen: Hochklassigen Football als Gemeinschaft verfolgen zu können, Freundschaften mit anderen Clubs zu pflegen und Erfolge mit einem eigenen Team feiern zu können. Die Teamfarben wurden übernommen und die Grundidee des Logos ebenfalls.

Innerhalb weniger Wochen traten dem neuen Club knapp 500 Mitglieder bei, um die lila Footballtradition in Frankfurt zu unterstützen und fortzuführen. Frankfurt Universe ist somit der einzige Club in Football-Deutschland, der zuerst Fans hatte und dann erst eine Mannschaft zusammenstellte, denn erst einige Monate später trafen sich rund ein Dutzend Spieler zum ersten gemeinsamen Training unter Head Coach Markus Grahn.

Auf dem Gelände des PSV Blau-Gelb Frankfurt - welches fortan auch einige Jahre lang die Heimspielstätte der Universe bleiben sollte - trug man am 12. April 2008 das erste Testspiel aus. Zu Gast waren die Augsburg Raptors und die einzigen Punkte zum 6:0-Sieg von Universe erzielte Runningback Ricardo Ambulo. Das Spiel bestritt man wegen noch nicht eingetroffener Triktos in Rot, den Farben der Stuttgart Scorpions.

Das erste Ligaspiel bestritten die neuen - und jetzt auch zurecht - Men in Pruple in der Landesliga. Das Spiel fand am 11. Mai 2008 vor 350 Zuschauern statt und endete mit einer 7:31 Niederlage gegen die Gießen Golden Dragons. Mit 5:1 Siegen schloss Universe die Premierensaison als Tabellenzweiter ab, schlug im Playoff Halbfinale die Kassel Titans und stieg trotz anschließender 13:28 Niederlage im Finale gegen Gießen in die Oberliga auf.

Die Oberliga-Saison 2009 beendete Universe mit 5:0 Erfolgen und 165:54 Punkten als Meister. Die erste Perfect Season des Clubs wurde mit dem Aufstieg in die Regionalliga belohnt.

In der ersten Regionalligasaison 2010 konnte Universe mit fünf Siegen bei fünf Niederlagen einen Mittelfeldplatz erreichen. 2011 hatte man sich an das höhere Niveau gewöhnt und konnte sich deutlich steigern. Die Saison ging mit einem 9:1 nach Spielerfolgen zuende. Den erneuten Aufstieg, erstmals ein eine Lizenzliga des deutschen Footballverbandes (AFVD) und nicht mehr des hessischen Verbandes (AFVH), hatte man aber bereits sicher.

2012 kam Universe dann als Aufsteiger mit hervorragenden 9:4 Siegen und einem Unentschieden auf Anhieb auf Platz zwei der GFL 2 (German Football League 2). Im Rahmen der höheren Anforderungen in der GFL 2, wurde auch die Heimspielstätte gewechselt. Fortan nannte man das Stadion am Sommerdamm im nahegelegenen Rüsselsheim seine sportliche Heimat (zu Beginn noch im Wechsel mit dem Blau-Gelb Gelände), es weist 900 Sitzplätze und eine Gesamtkapazität von bis zu 8.000 Plätzen auf. Auch die stetig steigenden Zuschauerzahlen machten den Umzug in ein größeres Stadion notwendig. 2012 lag der Zuschauerschnitt bei 1600.

In der sechsten Universe-Spielzeit 2013 beerbte US-Coach John Rosenberg Markus Grahn als Head Coach, verließ das Team aber noch im Laufe der Saison wieder. Mike Williams übernahm und führte das Team im Anschluss noch zu acht Siegen. Womit Universe die Vorjahresbilanz wiederholen konnte und erneut Vizemeister wurde.

Etwas weniger erfolgreich verlief die Saison 2014. Am Ende stand eine 8:6 Bilanz in den Büchern, das reichte immerhin für einen dritten Platz in der Tabelle.

Erwähnenswert sind in den Spielzeiten 2013 und 2014 noch drei Ausflüge ins große Frankfurter Stadion, die Commerzbank Arena (51.500 Plätze). Universe trug hier die Derbys aus. Zu den beiden Begegnungen gegen die Frankfurt Pirates kamen bis zu 5300, gegen die Wiesbaden Phantoms sogar 6295 Fans.

Für die Saison 2015 wurde das GFL 2 Team in eine Betriebs-GmbH ausgegliedert (FFB-GmbH - Frankfurter Football Betriebsgesellschaft, Geschäftsführer: Matthias Mämpel) und betrat erstmals dauerhaft eine größere Football-Bühne. Alle Heimspiele wurden nun im Frankfurter Volksbank Stadion mit 12.500 Plätzen (ab 2018 PSD Bank Arena) ausgetragen und zur Premiere am 7. Juni strömten 6825 Fans gegen die Nürnberg Rams in die neue Lila Hölle, wie die Anhänger von Universe in alter Galaxy Tradition ihren Heimspielort nennen.

Das Team, nun wieder unter Federführung von Head Coach Markus Grahn, spielte eine vielbeachtete Saison und brach zahlreiche Saisonrekorde. Zum Spitzenspiel gegen die Ingolstadt Dukes, das über die Titelvergabe entschied, kamen für GFL 2 Verhältnisse geradezu wahnwitzige 7056 Zuschauer. Mit 14:0 Spielen beschlossen die Men in Purple die Saison schließlich und gingen somit in die Relegation zum Aufstieg in die erste Bundesliga, GFL.

Die beiden Relegations-Begegnungen gegen den Tabellenletzten der GFL, die Franken Knights, fielen allerdings aufgrund des Verzichts der Knights aus, womit Universe direkt aufstieg. Um den Ausfall des eigentlich für die Relegation geplanten Heimspiels zu kompensieren, lud Universe den britischen Serienmeister London Warriors zu einem Freundschaftsspiel ein. Mit 34:31 gewann Frankfurt dieses erste Spiel der Vereinsgeschichte gegen einen internationalen Gegner vor rund 5600 Anhängern.

2016 markierte die erste Saison im deutschen Oberhaus, der GFL. Auch wechselte das Management. Michael Schwarzer übernahm die Geschäftsführung und als neue Betriebsgesellschaft wurde die FUB-GmbH (Frankfurt Universe Betriebsgesellschaft) gegründet. Auch konnte man mit Samsung Electronics Germany erstmalig einen Namenssponsor vorstellen. Samsung Frankfurt Universe konnte sich gleich für die Playoffs um die deutsche Meisterschaft qualifizieren, scheiterte nach einer regulären Saison mit 12:2 Spielsiegen allerdings gegen die Kiel Baltic Hurricanes zu Hause 3:10. Dieses erste GFL Spiel der Vereinsgeschichte fand am 16.04.2016 statt, das erste GFL Playoffspiel am 16.09.2016. Auch war dieses das erste Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft aus der GFL Nord-Division.

Auch international trat Universe auf eine größere Bühne. Man startete außerdem in der EFL (European Football League), also in der zweiten europäischen Liga vergleichbar mit der Europa League im Fußball. In der Vorrunde schlug man hier die Black Panthers Thonon (Frankreich) und die Badalona Dracs (Spanien). Im Finale ging es dann gegen die Amsterdam Crusaders (Niederlande). Das Spiel konnte Universe zu Hause mit 35:21 gewinnen und sicherte sich somit zum ersten Mal einen offiziellen internationalen Titel, den EFL Bowl.

Im Verlauf der Saison wurde zudem der Universe Rekord für Zuschauer bei einem Einzelspiel gebrochen. Es kamen zur Begegnung mit den Schwäbisch Hall Unicorns 7416 Zuschauer. Auch der Saisonrekord konnte gebrochen werden. Im Schnitt (reguläre GFL Saison) kamen 3906 Fans zu den Heimspielen, was auch ligaweit Rekord war.

Das zweite Jahr in der GFL verlief relativ ähnlich dem ersten. Man beendete die reguläre Saison 2017 wieder mit einem Sieg-Niederlagenverhältnis von 12:2 und sicherte sich ein Playoffheimspiel. Man bezwang die Dresden Monarchs mit 26:16 und nahm in der Folge erstmalig am Halbfinale um den Einzug in den German Bowl teil. In Braunschwieg musste man sich allerdings knapp (21:23) den New Yorker Lions geschlagen geben.

Universe trat 2017 in der europäischen Top-Liga, der BIG 6, an. Hier schlug man in der Vorrunde die Milano Seamen (Italien) und unterlag den Berlin Rebels. Im Finale reisten dann die besagten Lions aus Braunschwieg an und bescherten Universe die bis dahin schwerste sportliche Niederlagen in der Vereinsgeschichte. Mit 14:55 unterlag man den Niedersachsen. Mit 7694 Zuschauern konnte man allerdings in diesem Spiel auch eine neue Rekordkulisse verbuchen. Den Rekordzuschauerschnitt aus dem Vorjahr verbesserte man nochmals auf nun 4133 pro Spiel in der regulären Saison.

In der Offseason zwischen der abgelaufenen Saison 2017 und der beginnenden 2018 musste die FUB-GmbH dann am 29.03. Insolvenz anmelden. Der Gesellschaft wurde in der Folge ein Insolvenzverwalter vorgestellt, der auch die Saison 2018 über die Geschicke der Gesellschaft lenkte. Während infolge dessen die Zuschauerzahlen massiv sanken (Schnitt: 1813), brach der sportliche Erfolg nicht ab. Erstmals konnte man nach Sieg gegen die Dresden Monarchs im Viertelfinale (26:16), auch im Halbfinale triumphieren. Man bezwang die New Yorker Lions Braunschweig mit 20:17 und zog somit erstmals in den German Bowl in Berlin ein. Dort verlor man dann allerdings gegen Dauerrivale Schwäbisch Hall Unicorns mit 21:19.

Auch war man wieder in der Big 6 angetreten (in diesem Jahr entgegen dem Namen nur mit 4 teilnehmenden Teams). Das Finale fand erneut in Frankfurt statt und ebenso unterlag man erneut den New Yorker Lions Braunschweig (19:20). Nach der Saison beendete Hauptsponsor Samsung nach drei Jahren sein Engagement bei Universe.

Als am 06.03.2019 die Insolvenz beendet wurde und die FUB-GmbH offiziell entschuldet war, standen mit Daniel Zeidler und Alexander Korosek bereits zwei neue Geschäftsführer in den Startlöchern. Es gelang in der Folge trotz der erst sehr kurz vor Saisonbeginn erfolgten Weichenstellung ein pünktlicher Start - wenn auch in deutlich abgespecktem Umfang. Die Saison beendete man mit 11:3 Spielsiegen. Der Punktverlust gegen die Marburg Mercenaries war die erste Niederlage in einem Spiel der regulären Saison, der Universe durch ein anderes Team als die Schwäbisch Hall Unicorns beigebracht wurde - im vierten Jahr der Ligazugehörigkeit. Im Viertelfinale konnte man die Hildesheim Invaders mit 28:7 bezwingen, bevor man im Halbfinale erneut gegen Braunschweig scheiterte (18:36). Der Zuschauerschnitt erholte sich und stieg auf 2300.

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